Dokumentation und Tools

Die Übungen aus dem Buch und auch die Aufgabenstellungen, die wir in unseren Seminaren üben, lassen sich noch leicht mit Papier und Bleistift dokumentieren. In der Praxis werden die Bewertungen schnell umfangreicher, schnell kommen hunderte oder sogar tausende Elementarprozesse zusammen. Um hier nicht die Übersicht zu verlieren, ist eine sorgfältige, strukturierte Dokumentation notwendig.

Zusammengefasst gibt es die folgenden wesentlichen Anforderungen an ein Tool zur Unterstützung von Functional-Size-Messungen:

  1. Die einzelnen bewerteten Transaktionen und Datenbestände können in einer Baumstruktur dargestellt werden.
  2. Die Berechnung der Functional-Size erfolgt automatisch anhand der angebegenen Transaktions- bzw. Datenbestandstypen sowie der Komplexität.
  3. Dabei sind neben Baselines auch Enhancement Counts abzubilden.
  4. Der Übergang von einer Baseline in eine Grundstruktur für einen Enhancement Count und die Ableitung einer aktualisierten Baseline aus einem Enhancement Count muss möglich sein.

Es ist offensichtlich, dass diese Anforderungen mit Excel-Tabellen kaum sinnvoll zu erfüllen sind. Bitte nehmen Sie deshalb die mit Excel ausgeführten Beispiele aus dem Buch auch nur als Lösungsansatz für wirklich „kleine“ und überschaubare Aufgabenstellungen.

In der Praxis kommen als Tools bei meinen Kunden heute vor allem zwei Programme zum Einsatz: Das ist zum einen sozusagen als „Profi-Lösung“ die Function Point WORKBENCH™ und auf der anderen Seite als Open-Source-Lösung das Mindmapping-Tool Freemind in Verbindung mit einer kleinen Erweiterung.

Freemind und partree: einfach, praktisch, gut

Grundsätzlich wird das Ergebnis einer funktionalen Zerlegung in einer Baumstruktur dargestellt. Eine Möglichkeit, solche Bäume nicht nur zeichnen, sondern auch in einem maschinenlesbaren und austauschbarem Format abzuspeichern, bieten verschiedene Mindmapping-Tools. Für das Open-Source-Programm Freemind gibt es mit partree sogar ein Plugin, das die Erfassung der spezifischen Entitäten der FPA ermöglicht und das automatisch die Functional-Size für eine Baseline oder ein Erweiterungsprojekt berechnet. Damit lassen sich auch Baselines in Enhancement Counts umwandeln und als solche weiterbearbeiten. In einem weiteren Schritt kann dann aus dem bearbeiteten Enhancement-Count eine aktualisierte Baseline automatisch erzeugt werden.

Die benötigten Installationsprogramme (für Windows) finden Sie auf der Seite von SourceForge:

Die Workbench: Das Profi-Tool

Die Function Point WORKBENCH™ ist das klassische und professionellste Werkzeug für Functional-Sizing-Experten. Es muss allerdings lizensiert werden. Hersteller ist die Firma Charismatek in Melbourne (Australien), der Vertrieb und Support in Deutschland erfolgt durch die POENSGEN GmbH. Neben einer hohen Stabilität des Programms unter allen Windows-Versionen von Windows 7 bis Windows 10 zeichnet sich die Workbench vor allem durch die klar strukturierte und besonders „aufgeräumt“ wirkende graphische Darstellung des Funktionsbaums aus.

Mehr Details zur Workbench findet ihr hier, dort kann auch eine kostenlose Testversion (30 Tage mit vollem Funktionsumfang) angefordert werden.